08 March 2016

NIKON Abenteuer und Shivrati

War gestern ein gutes Abenteuer, mit dem Bus mit allen Einheimischen nach Panjim, dann mit der kostenlosen Fähre rüber, gleich in den  Markt rein. Ich mit allen Kameras ausgerüstet wie die Starreporterin von National Geographic und drauflos geknipst. Und dann der GAU. Meine Nikon löst nicht mehr aus, dabei hatte ich sie gerade für 180€ in der Reparatur. Und das mit noch 4 weiteren farbenfrohen Wochen in Indien. 
Und wie ich so total verzweifelt aus dem Markt rauskomme, seh ich gegenüber ein großes Schild:  NIKON. Sonst rennst du dir  die Hacken ab bis du einen Fotoladen findest. Durch das dunkle Treppenhaus rauf, bisschen mulmiges Gefühl... Rauf  in den 3. Stock und tatsächlich ein Lädchen mit qualifizierter Bedienung. Ja der Motor sei im Eimer. 35€ .... Habe ich sofort zugeschlagen und schon überlegt, ob ich nicht gleich einen Ersatzmotor kaufen soll, und nach 2 Stunden war sie fertig. Den Laden haben mir die Millionen indischen Götter geschickt. Endlich zahlt sich mal das Hindustudium aus! Hab mir in der Zwischenzeit in einem super Muslim! Restaurant die Wampe vollgeschlagen, dann 2 Paar Schuhe, 1 Paar Hausschuhe und ein Paar sexy Sandalen, dunkelblau mit Gold, gekauft, beim Optiker noch eine Tommy  Hilfiger Sonnenbrille mit meiner Gleitsicht Stärke und eine Bluse. Ich wollte eigentlich eine andere, aber die hatten sie nur in Teenager Größen und nix für eine gestanden deutsche Frau mit relativ ordentlicher Figur. Und ich habe mir ja mal geschworen nichts mehr zu machen was ich nicht wirklich will. Bloß standen da alle Verkäuferinnen um mich rum und beweihräucherten mich wie gut ich damit aussehe. Bin ich halt zur Kasse mit der Bluse in der Tasche. Soviel zu meinen guten Vorsätzen. Dann war ich kaputt und wir sind nach einem 7up und einem Kingfisher am Hafen mit der Fähre und Bus mit Hunderten Indern heim ins Hotel. Schnell noch mal in den Pool und dann am Abend in den hiesigen Shivatempel, denn es ist Shivrati, ein Feiertag für Gott Shiva, den Zerstörer und wieder neu Aufbauer . Nun, wir kennen uns ja aus. Gleich ganz vorne hin, Schuhe aus und rein ins Allerheiligste. Die einzigen Weißen dort. Fotografiert wie die Weltmeister. Die Pujaris waren so nett, haben uns ganz vorne hin gelassen und wir durften Shiva und seine Frau Parvati, aus nächster Nähe aufnehmen und natürlich alle Gläubigen in ihren Festtagssaris. Dann wurde  noch gechantet und eine Feueraarti veranstaltet und dann teilten die Pujaris Prasad, also Essen und heiliges Wasser von den Gottheiten aus. Es folgten Lilas, also Spiele, Vorführungen zu Ehren der Gottheiten. Hunderte waren da und schauten zu. Der ganze Tempelplatz war außerdem voll mit Verkaufsständen, einfachster Art, nicht so ein Touristenschnickschnack wie sonst in den hiesigen Straßen. Das war Indien wie es leibt und lebt. 

2 comments:

Jan on Tour said...

Na, da hast du aber ganzschön Glück gehabt, dass dir das noch in Goa passiert ist, wo Infrastruktur in der Nähe ist. In einer Woche, hätte das schon anders aussehen können.
Und dann immer nur mit der kleinen Ritshratsch fotografieren...
Aber eine ordentliche Einkaufstour. Aber cool. Ich bin ewig durch Rajastan getingelt und hätte gerne was gekauft. Aber weil ich ständig angelabert wurde etwas zu kaufen, bin ich am Ende mit leeren Händen heim.

###################################################### said...


“Die europäische Familie”, sagte J.J….
“Gibt es nicht”, sagt der Bürger. “Ich war in Europa mit Kevin Egan aus Paris. Nirgendwo in Europa findet man eine Spur von ihnen oder ihrer Sprache, ausser in einem cabinet d’aisance.”

(Seite 365)

Erstausgabe 1922. Damals wie heute zutreffend.

James Joyce, Ulysses, Rhein-Verlag AG, Zürich, 1959

Etwas weniger als die Hälfte der Österreicher ist dem Gesäusel von den Vereinigten Staaten Europas nicht gewogen. Kein Wunder.

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