15 April 2007

Gilis, die Winzlinge vor Lombok

Also das war mal ein schoenes Geburtstagsgeschenk fuer Wolfgang. Zwei Tage auf Gili Menos. Wir fuhren vorgestern mit dem Fischerboot auf diese winzigen Inselchen, die Gilis. Eine Stunde Boetchen und schon waren wir da. Toll. Wie Suedsee. Weisser Strand, helles tuerkisfarbenes Wasser, eine Strohuette zum Uebernachten. Al primitivo.
Dann hat irgendein Maedchen aus der Nachbarschaft uns ein Fischcurry gekocht, das war so lecker, so was gibts sonst nirgends.
Und am naechsten Tag dann die Sensation. Schnorchelmaske an, Flossen ueber und rein ins warme, glasklare Wasser. Und was soll ich sagen, alles voller Korallen da unten. Lila, rosa, weisse, graue, welche die wie runde Steine aussehen und andere, die sich bewegen zu einer imaginaeren Musik.
Alles swingt. Dazwischen Fische ueber Fische, Neon, blau, guen in allen Schattierungen, dann wieder groessere gelb-schwarz gestreifte. Ich lasse mich ganz langsam treiben und sie scheinen sich nicht um mich zu kuemmern, Ganz schwarze mit einem weissen Guertel spielen Nachlaufen, andere orange-goldene mit weissen Punkten knabbern an den Pflanzen, dann kommt mir ein riesiger Schwarm winziger gruengelber Neonfischlein entgegen, wie auf Kommando drehen sie ploetzlich um.
Alles spielt sich so ca. 2-3 m unter mir ab. Und dann komme ich an das Riff. Unter mir geht es in die schier unendliche Tiefe. Ich habe Angst, da drueber zu schwimmen, denn unter mir scheint da nix zu sein. Aber dann nehme ich meinen Mut zusammen und sage mir, was soll das, ich schwimme doch sowieso, ob da was ist oder nicht.
Und ich bin im offenen Meer, nix ausser blau, hell mit silbernen Schwebeteilchen und dann etwas dunkler. Vom Meer her schwimme oder besser gleite ich auf das Riff zu. Das ist so unbeschreiblich schoen, wer das nicht erlebt hat, hat etwas Wesentliches im Leben verpasst. Eine ganz andere Welt. Dagegen ist alles in der Luftwelt nix.
Hunderte von Fischen in so traumhaften Farben, und jedes Fischlein anders, Einzelne groessere und viele kleine tummeln sich, nagen an den Pflanzen oder ziehen nur einfach durch die Gegend.
Ich hangele mich so am Riff entlang, habe auch keine Angst mehr vor der Tiefe und schaue nur zu, dass mich die Stroemung nicht wegtraegt, denn ich bin so in einer anderen Welt, dass ich alles um mich vergesse. Gelegentlich schaue ich mal zu Strand, nicht dass der ploetzlich weg ist.
Und dann geht es wieder Blick nach unten. Nach geraumer Zeit schwimme ich zurueck, stelle fest, dass sich der grosse blaue Seestern etwas wegbewegt hat und bin total ausgetrocknet von der vielen Mundatmung wieder an Land. Ein Liter Wasser passt spielend in mich rein.
Etwas ausgeruht mit Blick auf die Oberflaeche,  der man bei aller Schoenheit nicht ansieht, was sie bedeckt, gehts dann wieder hinab.
Abends dann wieder mit unserem Fischerboot nach Lombok zurueck. Wir haben es sehr bedauert, nicht noch eine Nacht geblieben zu sein.
Dort auf den Gilis gibts keine Berge, die Wolken stauen sich immer ueber dem Mount Rinjani mit seinen wieviel tausend m auf Lombok und regnen sich dann dort ab. Auf Gili ist es trocken und immer schoen, wie Suedsee, bloss wahrscheinlich einsamer, weil nicht so bekannt. Dort sollen ca. 400 Menschn permanent leben. Die Insel haben wir 2 x durchschritten, also so in 30 Minuten.
Die Kinder dort fahren mit dem Boot zur Schule und sie spielen im wasser und sind uebermuetig. Anders als auf Bali, wo sie doch vor den Meeresdaemonen Angst haben und man am Meer nur Kinder anderer Konfessionen sieht.
Ueberhaupt fanden wir die jungen Frauen hier emanzipiert. Trotz Muslim, kaum Kopftuecher. also es geht auch anders.
Heute sind wir wieder in unserem Hotel in Lombok und erholen uns vom "Schnorchelstress"

Bis denne, denn.

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