05 March 2015

Von Jambughoda nach Vijaynagar

3.3.2015
Von Jambughoda nach Vijaynagar 
Eine herrliche Morgenstimmung erwartet uns heut früh, kühl, die großen Bäume, Mango, Teak, Akazien, Mahua, aus deren Früchte der Schnaps schwarz  gebrannt wird, alle mit Tau bezogen und unsere Nomaden, die neben unserem Hotel kampieren samt Kleinkindern und 2 Babies backen Brot und kochen Tee. Erdbewohner ...
Unsere Fahrt heute geht nach Shamalaji, dort werden wir einen Krishnatempel besichtigen. 
Langsam erwachen die Dörfer, die Ladenbesitzer hängen ihre Tütchen auf, kehren ihren Dreck in Richtung Nachbarn. Die Männer haben große Schals umgehängt  und Wollmützen auf. Bloß kein Ohrenweh kriegen! Man gönnt sich einen Eierbecher voll Tee am Stand, hält Schwätzchen. Und hier auf dem Land gehen die Frauen jetzt los zum Brunnen, ihre Alukannen, matka, auf dem Kopf balancierend. Dafür kommt uns auf der Autobahn auf unserer Überholspur ein Traktor entgegen, hier ist doch so schön leer... Und auf unserer Spur eine geführte Wasserbüffel Herde, so schöne Straßen, danke Mr. Modi! Nicht sarkastisch  sein, diese Straßen hier sind eine Wucht. Mit so was haben wir nicht gerechnet. Ebenso wie die Flughäfen in den großen Städten kann sich das Straßennetz in diesem BundesStaat wirklich sehen lasen. Und Überland findet man sogar stellenweise beleuchtete Autobahnen mit  Bougainvilleen oder Oleander auf dem Mittelstreifen, ganz wie in España. Und wenn dann das Hupkonzert beginnt, ja dann weißt du, dass die Autobahn in eine Stadt einmündet. Aufgewacht, Foto, Foto, Foto und schon kannst du wieder indisch eindösen. Gerade jetzt bringen einige Familien ihre Babies und Kleinkinder in den kleinen Shivatempel am Straßenrand. Pujari segnet sie und wie bei uns bei der  Taufe bekommen sie ein paar Tropfen  holy water aufs Köpfchen. Ein kleines Lebenszyklus Ritual. Schon geht's weiter auf dieser schönen, leeren Autobahn, 130 km bis Udaipur, aber dort wollen wir nicht hin. Die Landschaft ist ausgesprochen schön und ihr wisst, ich bin kritisch! Hügel, idyllische Fluss Auen,  Dörfchen, indisch busy, 
Endlich erreichen wir Shamalaji, ein alter Krishnatempel. Eine amerikanische Familie aus Atlanta spricht mich an wegen meiner Harvard Cap. Im Tempel dann stehen sie ganz vorne bei der Murti (der Hlg. Statue) mit dem Pujari. Wir hatten schon Opfergaben gekauft um der Gottheit Shamalaji unsere Reverenz zu erweisen. Sie baten uns zu sich und wir durften deren Puja mitmachen. Wunsch  äußern etc.  Ganz nach meinem Pilger Geschmack. 
Nun geht's weiter nach Vijaynagar ins Hotel. Aber wir hatten ja noch nicht Highlight, und schon kommt es. Ein kleines Camp mit Wanderarbeiter und eine Nomadenfamilie, die durch die Gegend ziehen und ihre Kartoffen verkaufen. Aber der Clou kommt jetzt:
Eine Gruppe Dewasi Nomaden aus Rajasthan, die mit ihren Kamelen (Dromedaren) und dem ganzen Hausstand. Die Frauen in ihren wunderschönen Kleidern schlagen jetzt hier vor unseren Augen das Nachtlager auf. Alles runter von den Tieren, Betten gebaut, etc. Die Männer kommen mit den Herden später, vielleicht erst morgen.
Eins der kleinen Kamele und eins der Lämmchen haben noch die Nabelschnur dran, staksen durch die Gegend und blöken. Ein anderes junges  Kamel kommt zu mir. Ich fasse allen Mut zusammen und kraule es unter dem Maul. Tja, Kamel krault Dromedar...
Es will immer mehr schmusen und schließt genüsslich die Augen.  Hmmm, überall das Gleiche. 
Abends sind wir noch zu einem Dorffest eingeladen. Das Ende eines 14 tägigen Radrennens in der Gegend. Es nennt sich Polofest. 
Auf dem Weg herrliche Landschaft, schöne Stimmung, Terrassenfelder, gute Straßen durch den Wald mit vielen verschiedenen Bäumen. Hier wohnen Nomaden und Straßenarbeiter, die auf der Baustelle wohnen. Wir fahren ca. 30 Minuten.
Und dann bietet sich uns das große Dorfspektakel, ein Polofest nennen sie es. Großartig aufgezogen nur für die Einheimischen, null Touristen hier. Tolle Zeltstadt, riesige Bühne, Wahnsinns Lautsprecher. Und lauuuuuuuuut! Voll die Wumme. Und dann geht die Vorführung los, zuerst die Mädels in ihren schönen Sarees, ganz wild. Viele Menschen kommen ganz weit her, alle zu Fuß. Wir brechen aber vorzeitig auf, denn wir haben noch nicht zu Abend gegessen. Eine halbstündige Heimfahrt wartet auf uns. 



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