04 April 2007

Abgezockt und pitschepatschenass

Nachzutragen ist noch:
 
Auf der Fahrt hinauf zum Vulkan Batur wurden wir 'mal wieder von Polizei angehalten: das ging schon richtig routinemaessig. Ich lege den deutschen Fuehrerschein vor, da runzeln die hier schon sehr die Stirn und murmeln etwas von Indonesien. Dann hole ich den Internationalen heraus, und dann strahlen die. Der letztens strahlte auch ueber die ganze fuenfte Seite des "Heftchens". Und dann guckt der auf die Titelseite, und da merkt der doch glatt, dass der schon im Januar abgelaufen ist. Wieso nur hat der unseren westlichen Kalender beigebracht bekommen??? Hier in Bali haben die doch schon genug Kalender, mindestens zwei! Und dann erzaehlte er etwas von Bill, die ich bekaeme, und vom Gericht, wo ich hin muesse. Und wann wir Bali verlassen wollten … Und das mit der Bill und dem Gericht erzaehlte er immer wieder und machte dabei eine sehr ernste Mine. An etwas wirklich Schlimmes glaubten wir zwar nicht, aber als er immer das Gleiche erzaehlte, wurde es uns allmaehlich mulmig. Und dann fragten wir, was wir denn unternehmen koennten, irgendeine Loesung muesste es doch geben fuer unser Problem. Und da kam unser "Freund" auch recht bald zur Loesung: etwas fuer ihn und seinen Kollegen … for a drink. Ein solches Angebot laesst man sich natuerlich nicht entgehen, ich also kurz ueberschlagen, und dann habe ich mich von einem dieser schoenen Fuenfzigtausender (gut vier Euro) getrenntund die Papiere waren wieder in meiner Hand. Diese Abzocke hat uns echt gewurmt!
 
Noch am gleichen Nachmittag haben wir an einem Tempel eine kleine Opfergabe gekauft, um solche Unbilden kuenftig von uns abzuwenden …
 
Ansonsten waren wir ja oben an der Nordkueste: Singaraja heisst da der Hauptort, war zu Hollaender-Zeiten lange Inselhauptstadt und Hafen fuer alle Ausfuhren nach Europa. Heute aber nicht mehr sonderlich bedeutend, aber ueber 100.000 Einwohner und zwei Universitaeten. Wahrscheinlich je eine fuer die Hindus und die Moslems. Quartier suchten wir uns im Badeort Lovina, Gina hatte etwas im Lonely Planet entdeckt, das suchten und fanden wir und fanden es sogar o.k. Schoene ruhige Anlage mit unheimlich viel Gruen zwischen den einzelnen Gebaeuden. Hier waechst ja alles wie wild, wenn man es laesst, sieht es bald aus wie im Dschungel. Hatten dort ein ganz schoenes Zimmer mit aircon (ohne machen wir's normalerweise nicht) und machten uns daran, zu entschleunigen.
 
Gingen also am nicht mehr ganz fruehen Vormittag an den Strand, der ist ja bekannt fuer den schwarzen Sand, in dem man sich schnell die Fuesse verbrennt. Am Nachmittag zuvor hatten wir den nicht mehr inspizieren koennen – wegen Regens … Da lag viel Angeschwemmtes herum, Holzreste, massenweise Ueberbleibsel von Opfergaben, Fetzen von Plastiktueten und aller moeglicher sonstiger Kram. Wir also barfuss dem Zeug immer schoen ausgewichen und den Strand entlang gelaufen, auf den Strand hochgezogenen Fischerbooten ausgewichen, den Fischern beim Sortieren der Fische (Kaliber Oelsardine) zugesehen … und immer das Ende des Strandes im Blick, wo wir eine Kneipe vermuteten bzw. erhofften …
 
Nach ca. einer dreiviertel Stunde immer noch das gleiche Bild: Unrat am Strand, natuerlich auch einiges im Wasser schwimmend, und letzteres auch alles andere als einigermassen klar. Genauer gesagt: deutlich getruebt. Hier in's Meer zu gehen hatten wir keine Lust (mehr). Aber das Bier lockte immer noch. Ein Anwesen sah uns aus wie ein Restaurant, wo Leute an der Baar sassen … stellte sich heraus, dass das ein privates Anwesen war … die Bewohner (Hollaender auf Altersruhesitz!) nannten uns aber eine Wirtschaft noch ein Stueckchen weiter …
 
Wir tranken unser Bintang, unterhielten uns mit dem Servierjungen, und da fing es auch 'mal wieder an zu schuetten … und wie !!! Hat uns zunaechst nicht allzusehr gestoert, hoert ja normalerweise auch wieder 'mal auf. Tat es aber nicht. Der Junge meinte, er wuerde uns schon fahren – natuerlich! Aber wir muessten an der Rezeption fragen. Als wir unsere Getraenke bezahlt hatten und nut noch 5.000 uebrig hatten, fragten wir an der Rezeption: gerne, kostet 50.000! Ein Mehrfaches dessen, was hier im Sueden fuer diese Entfernung ueblicherweise ein Taxi kostet>
 
Wir waren uns schnell einig: abzocken lassen wir uns (freiwillig) nicht und dankten fuer das freundliche Angebot. Netterweise gab der Junge uns noch eine grosse Plastiktuete fuer unsere Habseligkeiten wie T-Shirt, Sandalen usw. Den warf ich mir ueber die Sculter, fuehlte mich wie der Weihnachtsmann zum falschen Zeitpunkt an der falschen Stelle, nickte Gina zu … und auf / raus gin's in den Tropenguss. Blitzschnell life uns die Bruehe aus den Haaren den Kopp runter und … so gingen wir ca. eine Dreiviertelstunde barfuss am Strassenrand entlang, immer schoen aufpassens, in nix Schlimmes zu treten.
 
Und als wir in unserer Hotelanlage angekommen waren, hoerte es auch auf. Da gingen wir noch in den Swimming Pool und drehten ein Paar lockere Runden …
 
Am Nachmittag fuhren wir noch nach Singaraja, gingen im Bereich des ehem. Handelshafens (nix mehr von uebrig) auf's Pier, auf dem mehrere Gaststaetten sind, und erfrischten uns bei … Ihr werdet es nicht erraten … und genossen einen sagenhaft tollen Sonnenuntergang. Untergehen sahen wir sie wieder nicht wegen vieler Wolken. Aber die Wolken nahmen so maerchenhafte Farben an, und das im Nordwesten, und auserdem auch noch im Suedwesten – als ob die hier zwei Sonnen haetten.
 
Das war der Ausflug in den Norden … das Ethnologisch – Religioese kommt –wie immer- von der Co-Autorin …


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2 comments:

Jan on Tour said...

Hi ihr beiden Bummler,

na, das musste ja früher oder später mal passieren, dass da einer aufmuckt wegen des abgelaufenen Führerscheins. Naja, und mit vier Euro seid ihr ja auch noch ganz glimpflich bei weg gekommen. Nach dortiger Kaufkraft ist das natürlich extrem. Naja, was soll's. Wenn's dabei bleibt und das jetzt nicht jeden zweiten Tag so geht.
Hier läuten wir so ganz allmählig das Osterwochenende ein. Ich werd hier gleich meine Sachen zusammenpacken und den Abflug gern Frankfurt machen.
Groß einen trip machen werd ich dieses Jahr zu Ostrn wohl wieder nicht machen. Das ist immer das gleiche. An son einem langen Wochenende haben die Idee natürlich noch ein paar Leute und so sind alle Flüge voll und teuer. Und da ich vergangenes Wochenende ja erst vom Skifahren kam und kommendes Wochenende nach Kuba abdampfe, ist es auch nicht so schlimm dieses Wochenende daheim zu bleiben.
Wenn da mal wieder so ein Woclkenbruch runter kommt könnt ihr ja mal versuchen davon ein paar coole Fotos zu machen. Wie die Tropfen auf dem Boden prasseln, wie Regenrinnen überlaufen oder Sturzbäche den Hang runter kommmen.

Alla ich muss los meinen Zug kriegen.

Schöne Grüße

Jan

Gina said...

Viel Spass beim Castro.