19 March 2015

Minis Herkunftsfamilie



Der Monat Pause daheim in Indien ist rum. Husbandji, das bedeutet so viel wie sehr geehrter Ehemann muss zurück nach Dubai. Mini bleibt hier im Haus der Schwiegereltern und Schwägerinnen, die Brüder arbeiten im Business alle auswärts, zum Teil  in Rajasthan im Hotel, in den Emiraten, in Sri Lanka. Ihre Herkunftsfamilie  dagegen ist eher medizinisch ausgerichtet,  Ayur Veda Spezialisten, kennen sich in Keralas Pflanzenwelt, Mineralien, Ölen, Heilmitteln aus. Ihre Mutter ist die große Gärtnerin, holt auch Pflanzen, Blüten, Früchte, Knospen, Borke, Wurzeln aus den Wäldern  der Umgebung. Macht Pflanzenauszüge, Tees, Salben, zieht selbst Heilpflanzen, kocht ayurvedisch. Überliefertes Familienwissen. Sie ist als Hebamme tätig. Deren einziger Bruder geht vier Jahre auf eine namhafte Ayur Veda Akademie, wird "Ayur Mediziner". mit  Diplom und allem, das in den 5000 Jahre alten Veden, den Lehren vom Leben (Ayur = Leben in Sanskrit) beschrieben ist, na ja beinahe allem Wissen jedenfalls. Sein Name ist Haridas. Nach dem Examen arbeitet Haridas mehrere Jahre lang in diversen Ayur Kliniken in  Kerala. Viel Arbeit, gute Reputation, Einfühlungsvermögen, intuitive Treffsicherheit bei der Diagnose und Therapie, wenig Bezahlung.... Wie das weltweit so bei Medizinern ist. Er träumt von der eigenen großen Praxis, grundsätzlich präventiv arbeiten und wenn Not am Mann ist, helfen, echt helfen, etwas bewirken, heilen.  Der Weg dahin ist lang. Von den Kliniken, in denen er gearbeitet hat wird er gelegentlich gerufen, wenn man eine zusätzliche qualifizierte Meinung benötigt. Er hat einen Namen. Man kann sich auf sein Urteil verlassen.  Und dann passiert das Unglaubliche, in einer Ayur Duplex Praxis stirbt der eine Teilhaber bei einem Verkehrsunfall. Man bietet Haridas den Posten an. Allerdings nicht in Kerala sondern in Goa. In Goa, ..... da hört man ja so allerhand. Hippies, Beachparties, nackte Mädchen, Alkohol, Drogen. Seine Frau ist außer sich. Da gehst du auf keinen Fall hin. Sie hat gerade ihr zweites Baby gekriegt, einen Sohn. Und jetzt soll sie ohne den Mann zurechtkommen? Auf gar keinen Fall, nie und nimmerlein.  Ihre Meinung macht ihn total fertig. Da kommt endlich die große Chance und dann so was. Er hatte eher mit Freudensprüngen gerechnet. Er versucht ihr alles zu erklären, redet von einer Lebensaufgabe, gar von einer Mission. Was, eine Mission? Die Mission einer indischen BrahmanenFamilie ist einen Sohn zu haben. Nur er kann die Totenrituale ordnungsgemäß durchführen. Und sie liefert ihm den Sohn und er will dieses lebenswichtige Ereignis nicht würdigen, sie und den Sohn gar verlassen. Sie schreit, verwünscht ihn und legt sogar einen Fluch auf ihn. 
Nichts, gar nichts soll ihm gelingen, bis er zu ihr zurückkommt, reumütig und sie um Verzeihung bittet, nicht ohne die entsprechenden Geschenke mitzubringen. Er ist hin- und hergerissen. Seine  Freunde, die er befragt können ihm nicht helfen. Alle sagen, das musst du selbst entscheiden. Wenn er das könnte, würde er doch nicht fragen, bei ihnen  Rat suchen. Dabei, im tiefsten Grund seines Herzens hat er es längst entschieden, vor langer, langer Zeit. Er will nur eine Bestätigung für die Richtigkeit seines Entschlusses.  Nun ja, wenn die Menschen nicht mehr weiterwissen, befragen sie die Götter. Er geht also in seinen Tempel, huldigt Ganesha, dem Elefantengott. Der schafft doch immer die Schwierigkeiten aus dem Weg. Namaste Ganesh! Ganesh scheint ihn freundlich anzulächeln, tiefes erleichtertes Seufzen. Der ist schon mal auf meiner Seite. Der Pujari segnet ihn, kriegt 5 Rupies. Mehr gibt's wenn die Rupies rollen. Noch beim Medizingott vorbei, schon  von weitem schaut dieser ihn mit Wohlwollen an und der Chef Shiva ist die Ruhe selbst. Haridas erinnert  sich noch an die Stelle in der Bhagavad  Gita wo Gott Krishna seinem Freund Arjuna ganz deutlich sagt: "du musst deine Aufgabe erfüllen". Wie konnte  er nur zweifeln? Tse, tse..... Übermorgen wird er nach Goa reisen. Gleich morgen wird er professionelles Outfit kaufen gehen, weiße lange Hose, weißes Poloshirt, ordentliche Schuhe, hm, das wird das Schwierigste, die sind immer so eng. Und zum Friseur, ganz kurze Haare, schön glatt rasieren lassen, den Lippenbart stutzen, Nasen- und Ohrenhaare entfernen. Und diesen Talkumpuder, der so schön duftet kaufen. Fertig für das Vorstellungsgespräch in Goa. 

1 comment:

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Es ist immer wieder erstaunlich zu sehen mit welchen immer neuen Ideologien die Politiker aufwarten um an das Geld anderer Leute zu kommen und sie in Haftung zu nehmen. Stellt sich der Erfolg nicht ein, wird einfach Geld gedruckt wie das Mario Draghi gegenwärtig macht.

An Dreistigkeit nicht zu überbieten ist der jüngste Vorschlag aus der Schweiz einfach den Leuten ohne Gegenleistung das Geld hinterher zu werfen…oder…Helikoptergeld…Unglaublich was denen so alles einfällt.

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