28 April 2008

Nagasaki

Nun sind wir schon alte Hasen. Fast 2 Wochen unterwegs. Wir können Tram fahren, Bus, Eisenbahn, ja sogar Taxi. Wir wissen wo man was Leckeres zu essen bekommt und dass man sich abends getrost in eine Minipinte reinsetzen kann und ohne jegliche Sprachkenntnisse was bekommt. Auf diesen klitzekleinen Tellerchen. Wie bei Schneewittchen: Fleischchen, Salätchen, Chickenchen, Fischchen, Tempura = Frittiertchen, Sojachen, Bierchen, Sakechen. Irgendwie macht es die Summe. Zum Schluss ist man satt.
Raus aus der Kneipe und für den Stadttarif von 500 Yen (160 = 1 Euro) heim ins Hotel. Dort dann online für die nächsten paar Tage was gebucht, mit der Eisenbahn hingefahren. Geht aber nur so easy, weil wir unseren Laptop dabeihaben. Internetcafes gibts hier so gut wie keine, haben jedenfalls noch keins, wirklich keins gesehen. Wie in USA.

Gestern hatten wir mal wieder Schwein. Stiefeln so die Straßen hinauf, auf einen der x Hügel hier. Oben ein Monument von Sakamoto Ryoma, unterwegs paar Tempel von Zen-Mönchen. Sakamoto Ryoma, der 1835 geboren wurde, leistete viel hinsichtlich Japans Modernisierung, die die 700 Jahre andauernden Feudalherrschaft beendete. Die moderne Gesellschaft, die er sich vorstellte, sollte Gesetze, sowie ein parlamentarisches Systemhaben und außerdem diplomatische Vertretungen im Ausland. Der Einfluss, den er auf das Land hatte, war so groß, dass sie ihn liebevoll bei seinem Vornamen Ryoma nannten, in Japan ungewöhnlich. Er schaut nun hoch über Nagasaki auf die Stadt herab.

Dort oben war dann ein Kamerateam und ein paar Fotografen. U. a. eine bekannte Fotografin, wie sich später herausstellt. Die ihre Kunstfotografien gemacht, wir die unsrigen. Dann die mit meiner Ritschratch uns fotografiert. Und dann voll die Show gemacht, wir sollen posieren, nicht nur so doof rumstehen, und so tun, als ob.
Na ja, da waren sie bei uns richtig....
Und dann haben die eine echt tolle Story daraus gemacht, wie wir beiden Oldies aus Germany so in Japan rumtingeln.

Emails getauscht: Etsuko Enami, aus Tokyo. Gleich recherchiert, hat sie tatsächlich schon einen Preis gewonnen.

Abends haben wir dann zufällig! weil wir Tram fahren können, und der Vater auch immer weiß, dank seines Kompasses, in welche Richtung wir fahren müssen, eine tolle Pinte ausfindig gemacht.


Und heute früh haben wir auch was gefunden wo die Japaner frühstücken gehen, bei einer Oma im 1. Stock, mit Sammeltassen und jede Menge von diesen japanischen Mickeymausheftchen.
Das war offensichtlich deren Wohnzimmer, vielleicht hat sie da nachts ihre Tatami ausgerollt und geschlafen, also ich sag Euch, echt putzig.
Dann haben wir den Tag so rumgegammelt, bisschen Glover Gardens besichtigt, wo die ersten Ausländer gewohnt haben, bisschen Azaleen bewundert und dann sind wir Tee trinken gegangen. Wolfgang und Tee! Aber anschließend dann am Hafen in der untergehenden Sonne ein Bier.
Das Atombomben Memorial haben wir uns geschenkt, das sollen sich die Amerikaner anschauen.

1 comment:

Jan on Tour said...

Na, auf die geposeten Bilder bin ich ja mal gespannt.
Und es geschehen noch Zeichen und Wunder. In Japan trinkt selbst unser Vatter Tee!