02 April 2007

Auf dem Vulkan

Und so stachen wir gestern in See – d.h. wir verliessen unser inzwischen lieb gewonnenes Hotel Resor Seminyak und fuhren nach Norden. Ziel: Singaraja und Lovina an der Nordkueste von Bali. Das bedeutet: einmal quer durch die Insel. Das sind zwar nur hundert und paar km, aber das zieieiehhht sich ...
 
Was es unterwegs zu sehen gibt, haben wir auf frueheren Touren bereits erkundet. Ziel war gestern deshalb zunaechst der Batur – See. Mit den Bergen drum herum. Die sind naemlich schon etwas Besonderes.
 
Der See ist ein Kratersee am Grund eines ehemaligen Vulkans. Den hat es in vorgeschichtlicher Zeit einfach weggesprengt, so zu sagen in die Luft geflogen ... wie 18ungrad der Krakatao. Uebrig blieb ein Kraterrand von ca. 10 km Durchmesser. Und in diesem "Loch" etwas ausserhalb der Mitte hat sich ein neuer Vulkan mit Kegel gebildet, der Batur. Und der spuckt auch immer 'mal wieder, zuletzt 1992 und 1996. 1926 und 1974 gab es schwere Eruptionen, 1926 auch zehntausende Tote. Von den letzten Ausbruechen sieht man noch graue Lavastroeme den Berg herabfliessen, die aelteren Lavastroeme sind nach den vielen Jahrzehnten schon mit Gras, Baeumen usw. Zumindest teilweise ueberwachsen, so dass sie von oben nicht mehr so "graeulich" aussehen.
 
Vom Kraterrand des alten Vulkans hat man einen herrlichen Blick hinab ins Tal auf den See, hinueber zum Batur und seinen Nebenkratern und ueber die ganze Gegend – toll. Unten am Seeufer gibt es ein paar Doerfer, wir waren auch unten, aber nicht sooo der Brueller. Einen Tempel gibt es im hintersten Dorf auch noch, den Pura Ulun Danu Batur. Wir wollten auch ueber den See hinueber in ein Doerfchen von Ureinwohnern, die sehr abgeschieden dort leben, zwar auch Hindus sind, ihre Toten aber nicht verbrennen, sondern auslegen, damit sie von Voegeln, evtl. Auch von anderen Tieren "verzehrt" werden. In Tibet nennt man das "Himmelsbestattung", die Voegel tragen die Seelen der Verstorbenen in den Himmel. Die Ueberfahrt gestaltete sich aber etwas schwierig, und wir brachen dann auch die Suche nach einem Schiffer oder einem Fischer ab wegen 'mal wieder einsetzenden Regens.
 
Statt dessen landeten wir dann auf dem Tempelfest in dem anderen Tempel gleichen Namens. Nach einem heftigen Vulkanausbruch wurde es den Einwohnern des alten Oertchens Batur unten am See zu viel, sie packten ihre Sachen, versetzten ihre Haeuser und vor allem den Tempel nach oben auf den Kraterrand. Vor Lavastroemen sind sie da sicher, aber Asche kann auch da auf sie herabregnen ... Und das Tempelfest dauerte und ..., da brauchten wir schlaeunigst ein Quartier, und so kam es, dass wir die Nacht gegenueber dem Batur auf dem Kraterrand des frueh. Vulkans uebernachteten. Und heute frueh schien wieder die Sonne, und wir fruehstueckten auf der Terasse ...


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2 comments:

saxotom said...

Hallo Ihr zwei Balituristen,

eure Berichte sind interessant zu verfolgen! :-) Und gerade schon wieder ein neuer Tagesbericht. Ich wünsche euch noch viel Spaß in Bali und kommt mir gesund nach Hause.

Beste Grüße
von saxotom

Jan on Tour said...

Da frag ich mich gerade noch, wer Saxotom ist. Aber sehr ordentlich gepflegtes Profil verrät es sofort beim Draufklicken...

Das ist ja mal wieder abgefahren. Irgendwie seid ihr immer gerade zur richtigen Zeit am richtigen Ort. Und vor allem erkennt ihr die Gelegenheiten und greift sie beim Schopf! Das will auch gelernt sein. Die meissten würden sich das garnicht trauen, weil sie ja niemanden belästigen wollen oder so...

So von wegen Vulkanausbruch und so, macht damit mal keine Witze. Ihr habt es ja vielleicht mitbekommen. Auf den Salomon Inseln (ok, ist ganz wo anders) gab es einen dicken Tsunami mit 10m hoher Welle. Der hat da einiges platt gemacht. Gottseidank nicht viele menschliche Opfer.
Da ist es einfach gut mal vorher die Location gecheckt zu haben. (Wie im Flugzeug kurz checken, wo der Notausgang ist, den man nehmen würde) Nur damit man im Fall der Fälle weiss in welche Richtung man rennen muss, wenn nachts plötzlich Wasser unter der Tür durchkommt...

Viel Spaß noch auf Bali

Jan