16 March 2007

Melasti

Gestern hatten wir uns einen Jeep ausgeliehen, wie gesagt fuer 8,50 Euro. Also im Endeffekt hat er uns dann 9,00 Euro abgeknoepft.
Dann sind wir zum grossen tempel besakih geduest. Also so mit 30/40 Sachen. Dort angekommen war alles im Nebel. Das war ganz schoen gespenstisch.
Total im Nebel. Und dann hatten wir das Glueck, dass eine gruppe ihre Opfergaben dorthinbrachten, die sie in einem Ritual auf dem heiligsten Berg Balis segnen liessen. Wir wieder dabei. Ich musste dann auch die Opfer anfassen, die Frau wollte es. Es handelte sich um einen Palmwedel, eine tuete reis und so ein Stueck Schweinebacke. Na ja, musste ich ja nicht essen....
Und heute wollten wir dann unseren Jeep zurueckbringen. Der rental ist nur 5 Min. um die Ecke. Aber nix da. Kamen nicht durch. Alles abgesperrt.
Grund: die groesste Prozession um ganzen Gebiet. 
Und wir mittendrin. Haben dann den Jeep an den Strassenrand gestellt, von einem security beim Vermieter anrufen lassen und sind prozessieren gegangen.
Das war so ein Erlebnis, ich glaube, ich habe 500 Fotos gemacht. Da haette man eine Video gebraucht.
Die haben so grosse Monstanzen mit den sitzen von ihren Goettern drin.  Die Goetter werden von ihren Heimattempeln zum Meer getagen zum erfrischen.
Also immer eine Abordnung so ca. 30 Leute, die den Wagen schieben und tragen. Am Meer wird dann ein Ritual gemacht, mit beten, verehren und Weihwasser sprenkeln, denn sie sollen ja erfrischt werden. Dann sind sie alle, so ca 150 von diesen bunten Wagen schoen in 3er Reihen aufgereiht vonre am Meer. Dann sind wir noch Zeugen geworden, wie ein Mann und eine Frau in trance gefallen sind. das bedeutet, dass die Goetter in sie eingedrungen sind. Sie waren nicht bei Bewusstsein. Der Mann hat versucht, mit einem ca. 30 cm langen Dolch sich zu erdolchen. Die Waechter und der Priester und andere Freunde haben ihn festgehalten, mit Wasser besprenkelt und schliesslich kam er wieder zu sich. Die Frau fing ploetzlich fuerchterlich an zu schreien und zu fuchteln und machte dann Tanzbewegungen, Augen geschlossen. Also ihre Legongtaenze, die sie seit Kindheit kennen. Das hat unheimlich lange gedauert,so eine Viertelstunde war die wohl ohne Bewusstsein. sie wollte immer ins Meer, aber die Leute haben sie festgehalten. Mit Weihwasser besprenkelt und dann kam sie wieder zu sich. Die Balinesen kennen das aber. Und so war es anschliessend, als ob nichts gewesen ist.
Das alles passierte zwischen 10 und 15 Uhr. Dann stellten sich die Prozessionswagen wieder auf und es ging in Richtung Strasse. Jeder Wagen hatte sein eigenes Gamelanorchester dabei. die Luft war voll Musik. Es wurde geopfert mit so kleinen Palmblattschaelchen, Blumen drin, Reis, Zuckerchen und Geld, das war dann fuer die Daemonen. die muessen beruhigt werden. Die Kinder hatten natuerlich nix anderes zu tun, als die Geldscheine und Muenzen einzusacken. Aber vom Glaeubigen her ist es egal. Sein Opfer besteht darin, dass er opfert. Wer das dann nimmt, ist Wurscht.
Ja und dann war so ein kleiner Fressmarkt, konnte man fuer 50 cent ein Mittagesschen kaufen. Aber 99  Prozent hatten ihre Sachen dabei und dinierten dann goettlich mit ihren Goettern. Es war ein Bild, wie im Film - nur eben in Natur. Dazu ein schoener Wind und wir beide mittenmang drinnen. Es waren vielleicht 20 Auslaender da und 2000 Leute alles an unserem Strand. Und abends kam das Ganze im Fernsehen auf Bali 1.
So jetzt poste ich mal, mehr koennt Ihr ja nicht lesen, soll ja kein Buch ueber Bali werden.
Selamat manam.

1 comment:

Jan on Tour said...

Das ist ja mal wieder echt abgefahren, was ihr da erlebt! Ehrlich. - Da wird einem doch erst klar, was man alles verpasst, wenn man nur so als Normalotouri da hin fährt, oder?! Das erinnert mich so bisschen daran, als ich bei Nois Familie in Sukotai zum Abendessen war oder später in Pitsanalok mit noch ein paar anderen Freunden von dem am Tailgate vom Pickup auf der Gass gestanden hab und Chang aus einem Plastikmessbecher mit ordentlich Eis drin getrunken hab. Immer die Runde. Auf dem Haus nehmen sie dafür ein Horn, dort eben einen Messbecher. Jeder, was er halt so hat.

Ja, so ein GPS ist schon ne praktische Sache. Aber nur, weil man seine eigene Position in Gauss-Krüger Koordinaten kennt, weiss man noch lange nicht, wo man den You are here Pfeil auf die Karte bappen muss... Gibt ja auch so mobile Navis (letztens erst ein qualitätsgetestetes - mit sehr gut!). Aber ob man da ne Karte von Bali rein bekommt...

Ich wünsch euch noch viel Spaß!

Schöne Grüße

Jan