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10 May 2008

Nikko

Das war heute wieder so ein Tag ... wettermäßig reichlich durchwachsen. Als wir um 10 Uhr aufbrachen, war es kalt und unfreundlich. Mittags war es dann kalt, und es nieselte ganz leicht. Und nachmittags war es kalt (wir zwischenzeitlich durchgefroren), und es tröpfelte noch etwas kräftiger. So empfingen uns die Schreine und Tempel unter den tausendjährigen Zedern in passender mystischer Stimmung.

Andererseits ist Nikko so mit das Tollste, was Japan zu bieten hat. Nikko ist nicht nur die Gründungszelle des japanischen Buddhismus (766 wurde hier das erste Buddhistische Kloster gegründet), später kam noch eine große Zahl von Schreinen, Tempeln usw. hinzu. Frühe japanischen Herrscher ließen hier Gedenkstätten errichten und werden hier bis auf den heutigen Tag verehrt. Etwas verwirrend für den, der versucht, den Durchblick zu gewinnen ist die Tatsache, dass hier Buddhismus und Shintoismus munter durcheinander gewürfelt werden. Aber in Japan geht das ohnehin ziemlich ineinander über.


Betritt man das "heilige" Areal, so trifft man frühzeitig auf eine der relativ wenigen fünfstöckigen Pagoden in Japan.



Ein Tempel reiht sich quasi an den anderen in diesem spirituellen musealen Freigelände, einer prächtiger als der andere. Im Gegensatz zu vielen anderen Sakralbauten, wo die Farbe Zinnoberrot eindeutig dominiert, sind hier die Schnitzereien und Malereien in den verschiedensten Farben angelegt, auch mit Blattgold wurde nicht gespart.

In der Nähe des prominentesten Gebäudes hier in Kyoto, des Toshogu - Schreins, trafen wir auch drei alte Bekannte: die drei Affen "nichts Böses sehen, hören oder sagen". Sie sollen von hier stammen.


R. + W. vor dem Tor des Sonnenlichtes

Auch hier treffen wir wieder auf die unterschiedlichsten Tempelwächter in den Eckräumen der Zugangstore.

Außer ruckbesackten, z.T. auch Shorts tragenden westlichen Touristen trifft man gelegentlich auch auf solche traditionell gekleideten Japanerinnen, leider ein Auslaufmodell.


heilige Quelle, bitte keine Geld reinwerfen


Die Kälte hat uns so zugesetzt (auch die heiße Nudelsuppe zu Mittag hat nur vorübergehend geholfen), dass wir nicht allzu spät in unser traditionell - japanisches Hotel, Ryokan (eher ein guest house), zurückkehrten und uns dann erst einmal im "private" Onsen zu zweit unter Ausschluss der Öffentlichkeit ein heißes Bad bei 41 Grad C gönnten.

Und damit auch die allerinnersten Fasern unseres Körpers etwas Wärme abkriegen, genehmigten wir uns anschließend auf unserem Zimmer, auf den Tatami hockend, noch einen heißen Sake. Zum Abendessen gingen wir dann in eine In-Kneipe mit 3 Tischen und 100.000 Visitenkarten an den Wänden und bestellten blind. Wie so oft: einfach lecker.

Alles in Allem doch ein herrlicher Tag mit echten Highlights, die auf den Fotos gar nicht sooo herauskommen. - Und morgen geht's dann gen Tokyo (letzte Station!).